Ende 2025 und Anfang 2026 berichteten mehrere große Nachrichtenmedien über Asbestfunde in Spielsand und kinetischem Sand für Kinder in mehreren Ländern, darunter Australien, Neuseeland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich.1 Da das Einatmen von Asbest das Krebsrisiko erhöht, haben diese Funde verständliche Bedenken bei Eltern und Behörden ausgelöst und zu Produktrückrufen sowie Untersuchungen geführt, die sich vorwiegend auf sandbasiertes Spielzeug konzentrierten, das aus China importiert wurde.2
Neben Spielzeug bleibt Asbest auch im Baugewerbe ein Problem, wo Altmaterialien bei Renovierungs- und Abrissarbeiten zu Expositionen am Arbeitsplatz führen können. Bei jüngsten EU-Marktüberwachungsprojekten wurde Asbest auch in Bremsbelägen für Fahrräder, Mopeds und Motorräder nachgewiesen.3
Für Hersteller und Importeure von Produkten, die einem Asbestkontaminationsrisiko ausgesetzt sind, ist die Laborprüfung eine zuverlässige Methode, um festzustellen, ob diese karzinogenen Fasern vorhanden sind. Eine präventive Untersuchung vor der Markteinführung von Produkten kann dazu beitragen, kostspielige Rückrufe und Reputationsschäden zu vermeiden.
Regulatorischer Hintergrund für die Asbestprüfung
Das Inverkehrbringen asbesthaltiger Produkte ist in der EU gemäß der REACH-Verordnung, einem zentralen Pfeiler der EU-Chemikaliengesetzgebung, verboten.4 Die Beschränkung umfasst die Herstellung, Verwendung und das Inverkehrbringen der folgenden Asbestfasern und asbesthaltiger Erzeugnisse:
Krokydolith
Amosit
Anthophyllit
Aktinolith
Tremolith
Chrysotil
In REACH ist kein akzeptabler Grenzwert für Spurenverunreinigungen festgelegt. Dies bedeutet, dass der qualitative Nachweis von Asbestfasern in der Regel ausreicht, um ein Produkt als nicht konform einzustufen.
Vergleichbare Vorschriften, die eine vollständige Abwesenheit von Asbest verlangen, gelten auch in anderen Ländern, etwa in Australien und Neuseeland. In China hingegen dürfen Produkte als „asbestfrei“ gekennzeichnet werden, wenn ihr Asbestgehalt unter 5 % liegt.5 Diese Diskrepanz ist einer der Gründe für die jüngste Kontroverse, bei der sandbasierte Spielwaren aus chinesischer Produktion Asbestspuren aufwiesen, obwohl sie im Herstellungsland den geltenden Vorschriften entsprachen.
Wie wird eine Asbestprüfung durchgeführt?
Die qualitative Identifizierung von Asbest in Materialproben wird häufig mittels Rasterelektronenmikroskopie mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX) gemäß der Standardmethode ISO 22262-1 durchgeführt. Die Methode ist in der Lage, alle von der REACH-Verordnung erfassten Asbestarten mit einer Nachweisgrenze von 0,1 % zu detektieren.
Wenn Asbest nachgewiesen wird, kann eine weitere quantitative Analyse gemäß ISO 22262-2 durchgeführt werden, um den Asbestgehalt der Probe zu bestimmen.
Beide Methoden eignen sich für ein breites Spektrum an festen und pulverförmigen Materialien, darunter Spielsand und kinetischer Sand, Talkum, Zement, Asphalt, Mineralien, Bauprodukte und Konsumgüter.
Unsere Lösungen für die Asbestanalyse
Measurlabs bietet Asbesttests mit der REM-EDX-Methode für eine umfassende Palette von Probenmaterialien an. Weitere Informationen zur ersten qualitativen Analyse finden Sie über den folgenden Link:
Falls Asbestspuren nachgewiesen werden, können wir auch eine quantitative Bestimmung des Asbestgehalts durchführen. Für weitere Informationen oder ein Angebot wenden Sie sich bitte über das untenstehende Formular an unsere Experten.
Quellenverzeichnis
1 Siehe 7NEWS Australia: Asbest in Sandspielzeug für Kinder gefunden, ABC News: Asbestkontamination in Sand betrifft auch Neuseeland, nachdem 70 australische Schulen geschlossen wurden, und The Guardian: Asbest in im Vereinigten Königreich verkauftem Spielsand für Kinder gefunden.
2 Die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) hat seit dem 12. November 2025 fast 20 Rückrufe von sandbasierten Spielzeugen herausgegeben. In den Niederlanden untersucht die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Verbraucherproduktsicherheit (NVWA) den Sachverhalt, nachdem in mehreren Sandspielzeugproben, die von der Tageszeitung Algemeen Dagblad (AD) zur Analyse eingesandt wurden, Asbest nachgewiesen wurde.
3 Laut dem Safety Gate-Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission für gefährliche Nicht-Lebensmittel-Produkte wurden im Jahr 2025 17 Produkte wegen Asbestgehalts vom EU-Markt zurückgezogen oder zurückgerufen, wobei es sich bei der Mehrheit dieser Produkte um Bremsbeläge handelte.
4 Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH). Die Asbestbeschränkung ist in Anhang XVII, Eintrag 6 festgelegt.
5 British Occupational Hygiene Society: Experten warnen vor asbestbelastetem Spielsand

